TV-Star Annett Renneberg zu Gast beim FWS-Forum
Tiefe Risse in der Palazzo-Wand, bittere Kälte und undurchdringlicher Nebel am Filmset, die Jagd nach dem perfekten Cappuccino und Top-Schauspieler Tobias Moretti mit Augenklappe – spannende und heitere Geheimnisse enthüllte Annett Renneberg in der Aula der Friedrich-Wilhelm-Schule. In ihrem Soloprogramm „und immer wieder Venedig“ zeigte die prominente TV- und Theater-Schauspielerin dem Publikum die eher unbekannten Seiten der berühmten Lagunenstadt. Die hier seit dem Jahr 2000 gedrehten Folgen der TV-Krimiserie um Commissario Guido Brunetti, in denen sie die Rolle der patenten Sekretärin Elettra Zorzi verkörpert, haben Annett Rettberg zu einer versierten Kennerin der Stadt und des Filmgeschäftes gemacht. Mit Donna Leon, der amerikanischen Autorin der Romanvorlage, die sie seit einigen Jahren auch auf Lesereisen begleitet, verbindet sie sogar eine persönliche Freundschaft.
Renneberg, die lange auch mit dem Regisseur Peter Zadek in Hamburg und bei den Salzburger Festspielen zusammengearbeitet hat, brachte an diesem Abend das Publikum immer wieder mit kuriosen Anekdoten von den Dreharbeiten zum Schmunzeln und Lachen. Mit Herzklopfen, erzählt sie, habe sie ihrem ersten Vorsprechtermin mit dem von ihr hochverehrten Tobias Moretti entgegengesehen, als der aber mit Augenklappe erschien, habe sie sich eher wie in „Pirates of the Caribbean, Teil 5“ gefühlt. Deutlich herzlicher und wärmer fiel trotz dichten Nebels und tiefen Temperaturen ihre erste Begegnung mit dem ersten Brunetti-Darsteller Joachim Król aus. Sie erinnert sich gern an „viele tolle Jahre“ mit dem renommierten Schauspieler und ungezählte gemeinsame Besuche in Bars und Restaurants, die sie schnell „ein Herz und eine Seele“ werden ließen.
Auf ebenso spannend wie humorvoll erzählten Streifzügen durch die Stadt, beispielsweise auf Donna Leons Spuren bei der Suche nach dem perfekten Cappuccino, entführte sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in ganz besondere Quartiere und Gassen der historischen Stadt zu ihren versteckten Lieblingsorten abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Die ungebrochene Faszination der außergewöhnlichen Stadt unterstreicht sie dabei immer wieder mit literarischen Texten beispielsweise von dem amerikanischen Nobelpreisträgers Joseph Brodsky, aber auch von Henry James, Goethe, Thomas Mann, Ulrich Tukur und natürlich Donna Leon.
Deren Worte über die „Invasion der Kreuzfahrer“ sorgt für die nachdenklichen Momente des Abends, denn sie gelten der aktuelle Bedrohung Venedigs durch den Massentourismus. Jährlich wälzen sich über 15 Millionen Touristen durch die engen Gassen der alten Stadt. Große Schiffe pflügen durch den Canal Grande und sorgen für tiefe Risse in der alten Bausubstanz der historischen Palazzi und für Umweltschäden in der fragilen Stadt, die zunehmend auch unter starkem Bevölkerungsrückgang leidet.
Die musikalischen Akzente des Abends setzte Benno Meister, Schüler der Musikklasse in der Jahrgangsstufe 10, mit seinen gekonnt und ausdrucksvoll präsentierten Vorträgen am Flügel