Vom Kino trennt die Friedrich-Wilhelm-Schule nur ein kurzer Fußweg. Diesen Weg sind unsere zehnten Klassen im Rahmen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gegangen. Dort sahen sie drei Filme, die lange nachwirken. Begleitet wurden sie dabei von ihren Lehrkräften Barbara Schneider, Lucas Rzehak und Michael Degenhardt.

Den Auftakt machte „Die Wahl“, ein Stummfilm, der vor der Wahl 1932 in Frankfurt entstand. Danach folgte „Nacht und Nebel“, eine der frühesten Dokumentationen über Deportation und Ermordung in den Konzentrationslagern. Mit ihm beginnt eine mitfühlende Erinnerungskultur, und der Film legte einen Grundstein für das „Nie wieder“, das unseren Umgang mit der Geschichte bis heute prägt.

Zum Schluss zeigte die deutsche Verfilmung von „Die Welle“, wie schnell auch eine ganz gewöhnliche Schulklasse in autoritäre Muster geraten kann.

Zwischen den Filmen ordneten der Filmwissenschaftler Fabian Schmidt und die Erziehungswissenschaftlerin Steffi Thon das Gesehene gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Gespräch ein. Warum sehen Menschen weg, wenn sich vor ihren Augen autoritäre Strukturen etablieren? Wie wirkt Propaganda?  Die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler waren gut vorbereitet und stellten fundierte, genaue Fragen. Die beiden Gäste zeigten sich beeindruckt, wie ernsthaft und interessiert die Jugendlichen bei der Sache waren.

Wer sich erinnert, schaut auch heute hin. Der Besuch des Kinos in der Schulkinowoche hat sich auf jeden Fall gelohnt, im Kampf gegen das Vergessen und für gelebte Erinnerungskultur.