Wie regiert man eigentlich eine Stadt? Wie startet man in ein neues Amt, wenn man gerade von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt wurde?

Diesen Fragen und einigen mehr gingen die Klasse 7c und 7d der Friedrich-Wilhelm-Schule auf den Grund, als sie den neuen Eschweger Bürgermeister Herrn Nicola-Alexander Ferl im Rathaus besuchten. Zuvor hatten sie sich im Unterricht bei ihrem Lehrer für Politik und Wirtschaft, Herrn Degenhardt, ausgiebig mit Kommunalpolitik beschäftigt. Ein Thema, das gerade wegen der Bürgermeisterwahl im März besonders aktuell und spannend war. Herr Ferl nahm sich – trotz intensiver Johannisfestvorbereitungen – ausgiebig Zeit für die Schülerinnen und Schüler.

Der Bürgermeister hatte sogar eine eigene Präsentation mitgebracht und erklärte die Grundzüge von Verwaltung und Rathaus. Schnell wurde klar, dass sein Job außerordentlich abwechslungs- aber auch arbeitsreich ist, 60 bis 70 Stunden umfasst eine Arbeitswoche meistens. Auf die Frage, was ihn besonders reize, antwortete Ferl, dass kein Tag dem anderen gleiche und es erfüllend sei, sich täglich für das Gemeinwohl und die Stadt einzusetzen, auch wenn natürlich ebenso Pflichttermine und Routineaufgaben zum Amt gehörten. Dass bei diesem Pensum mitunter weniger Zeit für die Familie bleibe, verschwieg er den Jugendlichen nicht.

Lebhaft erinnerte sich Herr Ferl an den Wahlkampf. Weit über tausend Hausbesuche und unzählige Bürgergespräche seien zwar anstrengend gewesen, hätten ihm aber auch viel Motivation gegeben. Wie ausgelassen die Wahlergebnisse damals im „Hemingway“ gefeiert wurden, erzählte er den Schülerinnen und Schüler mit sichtlicher Freude. Als sein politisches Vorbild nannte er Barack Obama. Das Wählen ab 16 betrachtet er differenziert: Einerseits wecke es Interesse bei Jugendlichen, andererseits bezögen viele ihre Informationen inzwischen übe Kanäle wie TikTok und haben noch Schwierigkeiten, Informationen aus diesen Quellen richtig einzuordnen.

Da er bei den 7. Klassen sichtlich gut ankam, blieben im Verlauf nicht alle Fragen hochernst: Auf die augenzwinkernde Frage eines Schülers, ob denn nun Messi oder Ronaldo der bessere Fußballer sei, antwortete Ferl ohne Zögern – ganz klar Ronaldo. Zum Abschluss gab der Bürgermeister den Jugendlichen noch eine Botschaft mit auf den Weg: Er wünscht sich, dass die Jugendliche in Vereinen aktiv sind und sich im Ehrenamt engagieren und so etwas für das Gemeinwohl tun, denn genau das bringe Stadt und Gesellschaft nach vorne.