Bereits das dritte Jahr in Folge haben sich die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler der Friedrich-Wilhelm-Schule im Religionsunterricht in die Eschweger Innenstadt begeben, um Stolpersteine zu reinigen. Die kleinen Messingtafeln im Gehwegpflaster erinnern an die Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, an genau den Orten, an denen sie einst lebten. Mit ihren Putztüchern machten die Kinder die Steine wieder richtig sauber und setzten so ein stilles Zeichen.

Überrascht waren die Schülerinnen und Schüler, wie viele Steine es waren. Im Stadtbild hatten sie zwar einzelne Stolpersteine schon beobachtet, In Eschwege sind es mittlerweile jedoch fast 200 Messingtafeln, hinter denen je ein eigenes Schicksal steht. „Wenn die Kinder den Namen auf einem Stein lesen und ihn freilegen, wird Geschichte für sie greifbar. Sie gehen danach viel aufmerksamer durch die Stadt“,so Religionslehrerin Anna-Helen Thüne.
Die jährliche Reinigung ist im Fach Religion fest curricular verankert und ein wichtiger Beitrag zur Gedenk- und Erinnerungskultur an unserer Schule.