Schulgeschichte

Unser Schulpatron Friedrich Wilhelm

Friedrich Wilhelm (18.10.1831-15.06.1888), Kronprinz zu Preußen, wurde im Oktober 1831, also noch zu Lebzeiten Goethes, mit dem seine Mutter eine ebenso umfangreiche wie geistvolle Korrespondenz führte, in Potsdam geboren.

Als ältester Hohenzollernprinz durchlief er selbstverständlich auch die damals für Königskinder übliche militärische Karriere, bekleidete in der Generalität höchste Armeeämter und gehörte als Chef mehrerer Armeecorps zu den Siegern von Königgrätz und Sedan. Dennoch fühlte er sich - nach dem Abitur und einem kurzen Hochschulstudium - eher dem geistigen Leben seines aufstrebenden Landes verbunden als dem vermeintlichen sturen Geist des Kommis. Dazu trug nicht zuletzt auch seine englische Ehefrau Victoria bei, die er 1858 geheiratet hatte und die ihn im Sinne der Tradition des britischen Liberalismus beeinflusste.

Das Verhängnis Friedrich Wilhelms war es jedoch, dass sein Vater Wilhelm I., der erste Kaiser des Deutschen Reiches, erst über 90-jährig verstarb und mit dem Sohn eine ganze Generation "übergangen" wurde.

Als er endlich im März 1888 auf den Thron kam, war es für ihn jedoch zu spät, denn er war bereits ein todkranker Mann, der - von einem tückischen Kehlkopfkrebs gezeichnet - so gut wie nichts mehr bewirken konnte. Nach einer Regierungszeit von nur 99 Tagen verstarb er noch im Juni 1888. Ihm folgte sein in vielen Dingen unreifer und unerfahrener Sohn Wilhelm II., der mit seiner unausgewogenen und ungeschickten "Politik des Säbelrasselns" Deutschland in den verhängnisvollen Ersten Weltkrieg führte. Friedrich Wilhelm hätte vielleicht - so meinen jedenfalls die Historiker - gemeinsam mit seiner Frau und einem befreundeten England an seiner Seite - diese Katastrophe verhindern können.