Erinnerung und Mahnung zugleich

10. Juni 2017

Am Samstag, den 10.06.2017 hatten wir, die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 der Friedrich-Wilhelm-Schule, die Möglichkeit, freiwillig das KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar zu besuchen. Diese Fahrt wurde innerhalb des Fachbereichs Politik und Wirtschaft von Herrn Dölle organisiert. Mit dem Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald schloss sich der Kreis mit den Ausflügen zum Haus der Wannsee-Konferenz in Potsdam im Rahmen der vorausgegangenen Klassenfahrt nach Berlin.

Auf dem Ettersberg angekommen sahen wir uns zunächst einen halbstündigen Film über das KZ-Buchenwald an, in dem es auch Zeitzeugenberichte gab. Anschließend erhielten wir eine Führung über das Gelände des Konzentrationslagers, die mit den noch vorhandenen SS-Kasernen begann. Zu Beginn der Führung wurden uns auf einer Tafel die Umrisse des Geländes und der Bauten gezeigt, wobei viele Gebäude aufgrund der Witterung und des Angriffs vom August 1944 nicht mehr vorhanden sind. Während der Führung wurden wir unter anderem darüber aufgeklärt, warum junge Männer in die Schutz-Staffel gingen. Dies war sehr interessant, denn so änderte sich womöglich die Sichtweise des einen oder anderen von uns auf die SS-Männer. Auch wurde uns der sogenannte "Carachoweg" gezeigt, über den die Deportierten in das Lager einmarschierten.

Ihre Klassenkameraden aus der 9c waren mit ihrem Klassenlehrer Jörg Heinz in der Jugendherberge Köln-Deutz untergekommen, nur einen kurzen Fußmarsch vom Dom und der immer lebendigen Innenstadt am Rhein entfernt. Thematischer Schwerpunkt der Aktivitäten in der Domstadt und der Umgebung war die römisch-deutsche Geschichte: Auf dem Programm standen der Besuch des Domes, der Ausgrabungen des römischen Stadthalterpalastes, des römisch-germanischen Museums (Bild 3), aber auch des Hauses der Geschichte in Bonn sowie des Rokoko-Schlosses Augustusburg, Sommerpalast der Kölner Erzbischöfe, in Brühl (Bild 4), aber auch des Duftmuseums, das in die Geschichte des Eau de Cologne und der Parfümerie Farina einführte.

Wir betraten das Häftlingsgelände durch das Haupttor und standen auf dem Appellplatz. Von dort konnte man durch den Stacheldrahtzaun den Zoologischen Garten der SS sehen. So war es auch schon damals, sodass die Häftlinge gedemütigt wurden, indem sie sahen, wie gut sich um die Tiere gekümmert wurde. Sonst war nicht viel zu sehen außer die Grundrisse der Baracken. Danach gingen wir zur ehemaligen pathologischen Abteilung und zum Krematorium, wo wir die Verbrennungsöfen sehen konnten. Dort kam im Gedenkraum und besonders vor dem Bild, auf dem ein Leichenhaufen zu sehen ist, eine bedrückende Stimmung auf. Des Weiteren konnten wir den Leichenkeller und die Genickschussanlage besichtigen. Nach der Führung hatten wir noch die Möglichkeit, uns die Ausstellungen anzusehen. Wir sahen uns die Ausstellung "Buchenwald „Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945" an und bekamen dort durch Fotos, Relikte, Dokumente und exemplarische Fallgeschichten einen Überblick über die Geschichte des KZ-Buchenwald. Ebenso interessant war die Ausstellung "Sowjetisches Speziallager Nr.2, 1945 bis 1950", da wir erfahren konnten, wie es mit Buchenwald nach der Befreiung der 3. US-Armee weiterging. Zum Schluss gingen wir noch in den "Bunker", der sich im Haupteingangstor im linken Gebäudeteil befindet. Dort wurden die Insassen psychisch gefoltert, indem sie z. B. tagelang völlig im Dunkeln leben mussten. Es ist auch bekannt, dass Menschen in den Zellen ums Leben kamen.

Es ist schön, dass wir die Möglichkeit hatten, das KZ-Buchenwald zu besuchen, vor allem da wir uns im Unterricht und auf den Klassenfahrten in Potsdam wie auch in Köln mit der Thematik befasst haben. Die Geschichte und das Geschehen Buchenwalds wurden sehr anschaulich dargestellt, sodass wir viele Eindrücke von dem unmenschlichen Handeln der SS und in den Ausstellungen sehr viel Wissen sammeln konnten, auch wenn es für uns teilweise schwer ist, das damalige Handeln nachzuvollziehen. Trotzdem ist es wichtig, das Geschehene nicht zu vergessen.

Lea Schieseck im Namen der Jahrgangsstufe 9



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