6. Klassen der FWS hinter den Kulissen im Deutschen Theater Göttinge

Was im Theater verborgen bleibt, ist die stille, hochkonzentrierte Teamarbeit hinter dem Vorhang. Genau dorthin durften die Kinder der 6. Klassen unserer Schule nun vordringen: ins Innere des Deutschen Theaters Göttingen – dorthin, wo Theater nicht nur gespielt, sondern gebaut, genäht, geknüpft und erdacht wird.
In kleinen Gruppen führten mehrere Theatermitarbeiterinnen die Schülerinnen und Schüler durch das Haus und öffneten Türen zu Räumen, die dem normalen Publikum verschlossen bleiben. Schnell wurde klar: Theater ist ein Zusammenspiel vieler Hände und Köpfe.
Zwischen Stoffbahnen, Schnittmustern und surrenden Maschinen erfuhren die Kinder in der Schneiderei, wie aus Entwürfen tragbare Kostüme und Rollen werden. Besonderes Staunen löste der Fundus aus: Reihen über Reihen von Kostümen aus unterschiedlichsten Zeiten und Stilen, sorgfältig sortiert und bereit für ihren nächsten Auftritt. Luisa aus der 6a durfte sogar ein Kleid anprobieren. „Es war ganz schön aufregend und der Stoff viel schwerer als ich dachte, man fühlt sich wie eine echte Schauspielerin“, sagt die Schülerin begeistert. Danach besuchten die Gruppen die Perückenmacherei: einen Ort, an dem mit viel Liebe zum Detail Haare, Formen und Figuren entstehen – oft so täuschend echt, dass man den Unterschied zur Wirklichkeit vergisst.

Auf und hinter der Bühne zeigte sich dann die technische Seite: Kulissen, die aus der Ferne monumental wirken, werden in der Schreinerei als raffinierte Holzkonstruktionen geplant. Die Schülerinnen und Schüler konnten nachvollziehen, wie Bühnenbilder geplant, von Hand gemalt und bewegt werden – und wie präzise jeder Handgriff sitzen muss, damit später alles selbstverständlich aussieht. Auch die Schülerinnen und Schüler durften einmal die Pinsel in die Hand nehmen und sich ausprobieren. Diese sind viel länger als im Kunstunterricht, denn gemalt werden die Kunstwerke meistens im Stehen.
Der rund anderthalbstündige Blick hinter die Kulissen machte deutlich: Theater ist Teamarbeit – ein lebendiger Organismus aus Kunst und Handwerk.

Als frisch rezertifizierte Kulturschule legt die Friedrich-Wilhelm-Schule großen Wert darauf ihren Schülerinnen und Schülern diese kulturelle Höhepunkte zu bieten. „Die Fahrt ist fest in unserem Schulcurriculum verankert und löst jedes Jahr wieder Begeisterung aus“, so Fachvorsteher Sandro Papsch.
Ein Ausflug, der nicht nur viele Einblicke gab, sondern auch Verständnis schuf: für die unverzichtbare Kunstform Theater – und für die vielen Menschen, die sie möglich machen. Zum Abschluss nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die Göttinger Innenstadt in kleinen Gruppen zu erkunden, bevor es mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck mit dem Zug nach Eschwege zurückging.