Mitreißender Auftritt des White Horse Theatre
Wieder einmal verwandelte sich die Bühne der Aula mit nur wenigen Requisiten, aber großer Kreativität in eine andere Welt: Zuerst in eine verwunschene Pirateninsel in der Karibik, wenig später in einen graffiti-besprühten Schulhof in einer englischen Großstadt und wurde zum Schauplatz – im besten Wortsinne – dramatischer Ereignisse. Es gastierte wieder einmal das White-Horse-Theatre an der Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege mit unterhaltsamen Aufführungen in mitreißend-dynamischer Inszenierung. Das Besondere: Die professionellen jungen Schauspieler kommen aus England und agieren ausschließlich in englischer Sprache.

„The Tiger of the Seas“ war der Titel des spannenden und vor allem mitreißend witzigen Stückes für die jüngeren Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 und 6. Sie erlebten – gespielt in einfachem Englisch – ein packendes Piratenabenteuer voller Mut, Freundschaft und verrückter Wendungen. Der furchterregende Pirat Black Nick Sharkmuck sucht ein neues Crewmitglied für sein Schiff. Als er den jungen Hirtenjungen Robin trifft, entführt er ihn kurzerhand und nimmt ihn mit auf große Fahrt. Doch Robins Freundin Jenny macht sich mit einem Heißluftballon auf den Weg, um ihn zu retten. Selbst das Publikum war nicht immer sicher vor den ungestümen Attacken von Black Nick, was allerdings seinen Spaß nur noch erhöhte.
Ein weiteres Theaterstück „Sticks and Stones“ konfrontierte im Anschluss die Lernenden aus den Klassen 9 und 10 mit einem schonungslosen Blick auf das Thema Mobbing. Tony traut sich nicht mehr in die Schule – eine Gruppe Jungen will ihn verprügeln. Ruth wird online fertiggemacht – ihr Leben ist ein Albtraum. In bewegenden und aufrüttelnden Szenen zeigt sich, was passiert, wenn Ausgrenzung, Gewalt und digitale Angriffe zum Alltag werden. Das Stück präsentiert nicht nur die Opfer und Täter, sondern richtet den Blick auf die Beobachter, die wegsehen oder schweigen. Am Ende steht ein kraftvoller Aufruf zu Zivilcourage, Mitgefühl und Verantwortung für die Mitmenschen.
Nach dem kraftvollen Schluss-Applaus waren sich alle befragten Schülerinnen und Schüler weitgehend einig: Das hat großen Spaß gemacht, die Darbietungen der Schauspieler fanden sie mitreißend und beeindruckend. Und das Beste: „Wir haben – fast – alles verstanden!“ Mindestens 90 bis 95 Prozent, schätzen Benedikt Seiling und sein Klassenkamerad Johann Wenzel aus der Klasse 10a mit berechtigtem Stolz auf ihre Erfolgsquote.
White Horse Theatre ist ein pädagogisches Tourneetheater (Motto: „Learning English trough Theatre“), das englischsprachige Theaterstücke auf hohem Niveau, aber in gut verständlicher Darbietung an deutschen Schulen aufführt. Inzwischen ist es zur europaweit größten professionellen Theatergruppe dieser Art geworden. Es arbeitet nur mit ausgebildeten professionellen und muttersprachlichen Schauspielern. An der Friedrich-Wilhelm-Schule ist der Auftritt dieser jungen Truppe, die bei ihren Aufführungen immer auch den direkten Dialog mit dem Publikum sucht und die deutschen Jugendlichen zu Äußerungen in der Fremdsprache animiert, seit vielen Jahren fester Bestandteil des Englischunterrichtes. Die unterhaltsamen, klug inszenierten und vor allem den Fremdsprachenkenntnissen des jungen Publikums angepassten Stücke machen Lust auf die englische Sprache und bieten neben der Unterhaltung ein sprachliches Erfolgserlebnis für die Zuschauer.
